vom 30.01.2019

Brutale Baumfrevler am Werk

Mehrere abgeholzte und beschädigte zwischen Woltersdorf und Thurau

bm Woltersdorf.
Sie werden liebevoll gehegt und gepflegt, tragen leckere Apfel mit den klangvollen alten Namen Goldparmäne, Uelzener Rambour, Baumanns Renette oder Kaiser Wilhelm und leisten in vielerlei Hinsicht einen wertvollen Beitrag zur Umwelt: Die Apfelbäume an der Verbindungsstraße von Woltersdorf nach Thurau.

Seit bereits 15 Jahren stehen sie dort in Reih und Glied und liefern jeden Spätsommer Bioäpfel.

Seit einiger Zeit scheinen jedoch Baumfrevler am Werk zu sein, denn seit Ende Dezember wurden zwei Bäume mutwillig und brutal abgeholzt. Ein weiterer wurde so stark beschädigt, dass er es nach Ansicht des Apfelvereins nicht überleben wird. Allerdings wären das nicht die ersten Vorfälle dieser Art gewesen, wie es aus dem Vorstand des Apfelvereins  Lemgow heißt: „Bereits vor drei Jahren gab es auch schon Personen, die an dieser Stelle den einen oder anderen Baum einfach abgeholzt haben — aus welchem Grund auch immer", informiert Thomas Eichhofer.

Zusammen mit Hannes Jung, der in die Fußstapfen von Daniel Habenicht tritt, hat Eichhofer außerdem die Baumflächen gepachtet. „Das ist allerdings vollig losgelost vom Apfelverein, aber dieses Verhalten verwundert alle Beteiligten", betont Eichhofer.
Den sogenannten Baumfrevlern scheint es an manchem, zu fehlen, unter anderem an „Demut und Reife gegenüber der Natur", wie der Pächter dieses Verhalten interpretiert. Die Gemeinde ist ebenfalls gleichermaßen bestürzt und verärgert, wie Bürgermeisterin Claudia Hennings ergänzt. „Wir haben überhaupt keinen Verdacht."

„Wir haben überhaupt keinen Thomas Eichhofer (links) und Hannes Jung vorn Apfelverein Lemgow an einem der stark
Verdacht." beschadigten Apfelbaume.
Aufn.: A. Beckmann

Grundlose Zerstörung

Abgeholzte Bäume: Anzeige

bm Woltersdorf. Allerdings hat die Gemeinde jetzt Anzeige erstattet, denn neben den Apfelbäumen sind noch weitere Bäume den Attentätern zum Opfer gefallen, wie eine Linde am Sitzplatz gegenüber dem Thurauer Turm und zwei Kiefern zwischen Groß Breese und Klein Breese. „Die Bäume werden einfach abgehackt, wahrscheinlich mit einer Axt, und liegen gelassen", ergänzt Landwirt Fred Gunther Bade aus Klein Breese. Eine dubiose Geschichte, die zeige, wie beliebig mit der Natur umgegangen werde, so Eichhofer. Zumal es mit dem Apfelverein beständig aufwärts gehe. „Die Bäume sind ein Geschenk und keine Last. Es macht viel Arbeit, das regelmäßige Beschneiden, das Ernten, wir machen alles ehrenamtlich, dafür bekommen wir aber viel zurück", findet Hannes Jung.

Neben der Apfelernte betreibt der Verein zudem viel Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, wie beispielsweise Schnitt- und Veredelungskurse, Feste, Bildungstage mit Kindergärten und Schulen  oder auch die Teilnahme an bestimmten Märkten.

Die Gemeinde ist froh und dankbar über das Engagement des Vereins. „Die leisten sehr gute Arbeit und wir sind froh über die gute Pflege", betont Hennings. Auch Fred Gunther Bade ist Unterstutzer des Apfelvereins, „denn ohne diesen Verein wären die Bäume nicht in einem so guten Zustand. Das macht viel regelmäßige Arbeit, wir von der Gemeinde erkennen das durchaus an." Für Hannes Jung ist die Unterstützung der regionalen Selbstversorgung ein wichtiger Punkt: „Das ist uns ein besonderes Anliegen. Die Bäume an Rand des Dorfes dürfen natürlich auch von den Dorfbewohnern zum Eigenbedarf geerntet werden. Wenn ansonsten jemand Apfel haben möchte, freuen wir uns immer über eine Anfrage."

Und gegen die Umweltsünder lasse sich wohl nicht viel unternehmen. „Aber vielleicht fangen die ja mal an, darüber nachzudenken. Das ist unsere einzige Hoffnung, denn Sanktionen greifen hier wohl nicht."


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