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vom 14.05.2018

Laubbäume anstatt Insektizide

Lüchow. Das Besprühen von Wäldern aus der Luft mit Insektenvernichtungsmitteln müsse ein Ende finden. Das haben Vertreter der niedersächsischen Umwelt- und Naturschutzverbände BUND, Nabu und LBU gegenüber Barbara Otte-Kinast, der Niedersächsischen Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, in Hannover gefordert.

Mit dabei aus Lüchow-Dannenberg waren Oliver Schuhmacher vom Naturschutzbund Niedersachsen (Nabu), Jochen Köhler für den Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen (BUND) sowie Albert Doninger für den Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU).

 

Bild: v.l.n.r. Georg Wilhelm BUND, Dr. Carsten Böhm NABU, Dr. Thomas Krauß LBU, Oliver Schuhmacher NABU, Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast, Dr. Heinz-Werner Strelezki NLM (Forstwirtschaft), Jochen Köhler BUND, Albert Doninger LBU
 

Zu Beginn der Gesprächsrunde in Hannover hätten sowohl die Ministerin als auch die Verbandsvertreter verdeutlicht, dass sei eine „eine guten Zusammenarbeit“ anstreben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der drei Naturschutzverbände.Im Mittelpunkt des Austausches habe die sich wiederholende Massenvermehrungen sogenannter Schadinsekten gestanden. Immer wieder würden die gleichen Flächen, insbesondere im Gartower Forst, von Hubschraubern aus mit sogenannten nichtselektiven Insektengiften wie „Karate Frost flüssig“ besprüht. Durch diese Form des „Pflanzenschutzes“ würden aber sowohl Schädlinge und als auch Nützlinge abgetötet. Somit würde der Nahrungspyramide im Wald-Ökosystem die Basis entzogen und ein labiler Wald hinterlassen.

Die Schadinsekten würden sich dann rasch, die „Nützlinge“ dagegen langsam bis gar nicht erholen. Dadurch trete der nächste „Schädlingsbefall“ umso schneller und heftiger auf. Fazit der Naturschutzverbände: Diese Maßnahmen, die vom Land aus Steuergeldern subventioniert werden, hätten sich also auf Dauer als „sinnlos“ erwiesen. Und: Laut europäischem Recht seien regelmäßige Pestizid-Einsätze aus der Luft unzulässig. Die einhellige Forderung der Verbände: Die Sprühaktionen dürften wegen ihrer Folgen nicht mehr genehmigt werden. Das Begiften von Waldflächen aus der Luft sei nicht nur vor dem Hintergrund des beschleunigten Artensterbens von Insekten und Vögeln abzulehnen, sondern auch, weil die flächig ausgebrachten Gifte aus der Familie der Pyrethroide (Nervengifte) durch Verdriftung nachweislich die Gesundheit der Menschen gefährden würde.

Einig sei man darin gewesen, dass es sich bei den betroffenen Gebieten in Lüchow-Dannenberg in der Regel um Waldgrenzstandorte handele, die nur schwierig zu bewirtschaften seien. Gemeinsames Ziel sei es, geeignete waldbauliche Maßnahmen zu finden, um die dort häufig erfolgte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mit Hubschraubern und Flugzeugen zu beenden. Dabei sei über die in Frage kommenden Baumarten und Förderprogramme gesprochen worden. Es gebe aussagekräftige Studien, wonach eine bessere biologische Vielfalt durch mehr heimische Laubbäume zu erreichen sei. Laubbäume bewirkten nachweislich, dass Häufigkeit und Intensität von Insektenbefällen (Kalamitäten) stark gemindert würden.

Abschließend kündigte die Landwirtschaftsministerin an, das Thema im größeren Rahmen auch mit Waldbesitzern zu erörtern. ejzUmweltschützer aus Lüchow-Dannenberg fordern ein Ende der Befliegungen von Wäldern mit PflanzenschutzmittelnBefliegungen mit Pflanzenschutzmitteln über Wäldern sollen nach Willen von Naturschutzverbänden wegen des Artenschutzes vom Landwirtschaftsministerium nicht mehr genehmigt werden. Archivaufn.: R. GroßIrrungen


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