ejzmini.gif (1299 Byte)

vom 10.01.2017

Keine Gefahr der Überdüngung

Landwirtschaftsministerium: Genug Fläche in Lüchow-Dannenberg für Wirtschaftsdünger

Von Karl-Friedrich Kassel

fk Lüchow. Für Lüchow-Dannenberg bestehe keine Gefahr der Überdüngung. Die bewirtschaftete Fläche von 58000 Hektar reiche nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (NML) für die Menge an Wirtschaftsdünger, sowohl aus eigener Produktion wie aus "Importen" aus anderen Regionen, aus. Im Gegenteil, einschließlich aller Im- und Exporte von Gülle oder Hühnertrockenkot bleibe für die landwirtschaftlich genutzte Fläche ein "restlicher Düngebedarf an Stickstoff und Phosphat", der durch mineralischen Dünger gedeckt werden muss. Mit dieser Auskunft reagieren NML und Landwirtschaftskammer auf eine Anfrage der EJZ im Zusammenhang mit der möglichen Nitratbelastung des Grundwassers.

Bild: Landwirtschaftskammer und Landwirtschaftsministerium sehen keine Gefahr für Überdüngung in Lüchow-Dannenberg. Archivaufn.: R. Groß

 

In einer Karte des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist der Kreisteil am östlichen Jeetzelufer durchgängig mit rot als nitratbelastet gekennzeichnet. Drei Brunnen in diesem Bereich weisen einen Nitratwert auf, der zum Teil um ein Mehrfaches über dem Grenzwert von 50 Milligramm je Liter Wasser liegt. Allerdings gibt es vier andere Messbrunnen, die ebenfalls in diesem Bereich liegen und die nicht zu hoch belastet sind. Der NLWKN erklärt, dass ein Grundwasserkörper dann durchgehend mit rot gekennzeichnet wird, wenn er zu mindestens einem Drittel zu hoch belastet ist. Das ist bei drei von sieben Messbrunnen der Fall. Allerdings sagen diese Messergebnisse nichts über die Ursachen der Belastung aus. Auf jeden Fall stammen die heute gemessenen Werte nicht aus aktuellen Düngungen.

Die leichten sandigen Böden Lüchow-Dannenbergs bedürfen jedoch in jedem Fall einer besondere Aufmerksamkeit. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer kann in solchen Böden die Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser schneller gehen als in anderen Böden. Es bedürfe eines Managements für den Wirtschaftsdünger. Als solcher werden organische Abfälle der Tierhaltung wie Gülle, Hühnertrockenkot, aber auch Gärreste aus Biogasanlagen oder Klärschlamm aus Kläranlagen bezeichnet.

Voraussetzung für dieses Management ist die Erfassung aller Mengen an Dünger. Entgegen dem Eindruck einer früheren EJZ-Anfrage werden diese Mengen im jährlichen Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer bis auf die Ebene der einzelnen Landkreise erfasst. Für Lüchow-Dannenberg wird danach im Berichtszeitraum 2014/2015 ein Aufkommen von rund einer Million Kilogramm Stickstoff genannt. Davon kamen 360000 Kilo aus dem Emsland, 193000 Kilo aus dem Landkreis Oldenburg und 189000 Kilo aus der Region Vechta.

Umgekehrt "exportierte" Lüchow-Dannenberg 42000 Kilo in die Nachbarkreise. "Im Abgleich mit den im Landkreis zur Verfügung stehenden Ausbringflächen und den gemäß Düngeverordnung vorgeschriebenen Grenzwerten für die zulässigen Phosphatsalden und Stickstoffobergrenzen besteht danach im Landkreis kein Nährstoffüberschuss durch Wirtschaftsdünger. Das heißt, die Nährstoffmengen aus dem erfassten Wirtschaftsdüngersaldo allein würden, was den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen angeht, nicht zu einer Überdüngung führen", heißt es in der Mitteilung der Landwirtschaftskammer.

Aber so akribisch die Erfassung der Nähstroffströme auch ist: Sie hat Lücken. Darauf weist das NML hin. Die liegen beim Nachweis der Fläche, auf der die Gülle ausgebracht werden soll. Dieser Flächennachweis muss nach Angaben des Ministeriums derzeit nur bei einem Bauantrag geführt werden. Das könnte eine Mehrfachnennung nicht ausschließen. "Es bleibt also derzeit ungewiss, ob diese Fläche womöglich mehrfach angegeben ist und ob, wie vom Landwirt mitgeteilt, die Gülle tatsächlich dort ankommt", heißt es in einer Erklärung. In Zukunft sollen auch solche Angaben in einem landesweiten Düngeregister gebündelt werden.

Die Nitratbelastung im Grundwasser erfährt seit November vorigen Jahres verstärkte Aufmerksamkeit. Die EU-Kommission leitete ein Vertragsverletzungsverfahren ein, weil in Deutschland eine 25 Jahre alte und mehrfach veränderte Richtlinie nur ungenügend umgesetzt worden sei.

 

http://www.ejz.de/ejz_50_111251970-28-_Landwirtschaftsministerium-Genug-Flaeche-in-Luechow-Dannenberg-fuer-Wirtschaftsduenger.html


Bezugsquelle:

Amtliches Kreisblatt Lüchow-Dannenberg
Verlag und Druck:
Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring & Co.
Wallstraße 22-24
29439 Lüchow

Telefon: (05841) 127 - 0
Redaktion: Tel.: (05841) 127 160
Fax:: (05841) 127 380
Anzeigen und Verlag: Tel.: (05841) 127 150
Fax: (05841) 127 350

http://www.ejz.de


zurück zur Homepage