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vom 04.03.2017

Mit der Kettensäge im Schutzgebiet

Landkreis ermittelt nach Selbstanzeige wegen Baumfällungen bei Lefitz

von Rouven Groß

 

 

Lefitz. Wüst sieht es aus auf dem Feld bei Lefitz im Lüchow-Dannenberger Südkreis. Umgestürzte Bäume, teilweise zersägt, herausgerissene Wurzelballen, tiefe Fahrspuren im feuchten Boden. Tatsachen wurden dort geschaffen, mit Kettensäge und Traktor wurde einem Eichenbestand der Garaus gemacht - mitten in einem Landschafts- und Naturschutzgebiet. Jetzt ermittelt der Landkreis Lüchow-Dannenberg als zuständige Naturschutzbehörde in dem Fall, und zwar gegen den Eigentümer der Fläche, auf der die Eichen niedergemacht wurden. Der Mann, so bestätigte man es inzwischen im Kreishaus, hat sich am Mittwoch selbst angezeigt.

Mehrere Eichen waren in den zurückliegenden Tagen in der Nähe von Lefitz gefällt und teilweise ungerissen worden. Mitten im Landschafts- und Naturschutzgebiet. Jetzt ermittelt die Naturschutzbehörde.  Aufn.: R. Groß

Damit war er offenbar einer Anzeige durch den Verein Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (ANU) Wendland zuvorgekommen. Mitglieder des Vereins, in dem sich mehrere Umweltschutzverbände, Bürgerinitiativen und lokale Mandatsträger zusammengeschlossen haben, hatten die gefällten und entwurzelten Bäume entdeckt und den Flächeneigentümer zur Rede gestellt, berichtet Vereinsmitglied Hermann Klepper. "Wir setzen uns für die Belange des Naturschutzes ein, für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen wie etwa dem Grundwasser, und wir wollen in der Bevölkerung den Wert und die Bedeutung von Natur auch für den Menschen bewusst machen, ihr einen entsprechenden Stellenwert geben, gerade auch vor dem Hintergrund eines ständigen Rückgangs der Artenvielfalt in der Landschaft", so Klepper. Die Bäume seien nun in einer Region gefällt worden, die zum einen Landschaftsschutzgebiet sei, zum anderen Natura 2000- und Vogelschutzgebiet. "Dort sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen", betont Klepper. "Die Veränderung oder Beseitigung von Hecken, Bäumen und Gehölzen außerhalb des Waldes bedürfen der Zulässigkeitserklärung der Naturschutzbehörde des Landkreises", meint die ANU.

Eine Genehmigung zum Fällen der Bäume lag jedoch offenbar nicht vor, darauf deute die Selbstanzeige des Flächeneigentümers hin, glaubt Klepper. Beim Landkreis selbst kann man dazu noch keine Aussagen treffen, da der Vorfall nun erst einmal untersucht werden müsse, heißt es aus dem Kreishaus. Sollte es sich tatsächlich um einen unerlaubten Eingriff handeln, droht dem Verursacher dem Bundesnaturschutzgesetz zufolge eine empfindliche Geldstrafe von bis zu10 000 Euro.

http://www.ejz.de/ejz_50_111280983-28-_Mit-der-Kettensaege-im-Schutzgebiet.html

 

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