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vom 26.11.2016

Abflämmen oder absaugen

Arbeitskreis Natur & Umwelt (ANU) gibt Ratschläge zum Eichenprozessionsspinner

 

Richtigstellung der EJZ vom 29.11.2016

„Nicht aus der Luft”

ejz Lüchow. Der Lüchow-Dannenberger Arbeitskreis Natur und Umwelt (ANU) unterstreicht,
dass der Eichenprozessionsspinner in bewohntem Gebiet nicht aus der Luft bekämpft werden kann.
In einem Beitrag zu dem Thema hatte am Sonnabend bedauerlicherweise ein falscher Satz in der EJZ gestanden.

 

ejz Lüchow. Der Arbeitskreis Natur & Umwelt (ANU) reagiert auf eine Protestveranstaltung, in der es um die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Raum Gartow gegangen war.

Zur dort getroffenen Aussage: „Menschenschutz muss Vorrang vor übertriebenem Naturschutz erhalten" stellt der ANU fest, dass der Eichenprozessionsspinner in bewohntem Gebiet aus der Luft bekämpft werden könne.

Das sei keine Angelegenheit des Naturschutzes ist, sondern werde durch EU-Gesetze und das Biozid-Recht geregelt, um die Menschen vor gesundheitlichen Gefahren zu bewahren.

„Lediglich bei den Fragen, die die Giftbesprühungen per Hubschauber über Wäldern betreffen, haben Naturschutzverbände vor dem Hintergrund bestehender Gesetze die Möglichkeit zur Mitsprache, insbesondere dann, wenn es um Schutzgebiete geht", erklärt ANU-Sprecher Albert Doninger.

Bei den durchaus möglichen Sondererlaubnissen für Forstgebiete, die das Landwirtschaftsministerium erteilt, gebe es bei solchen Aktionen, wie unlängst bei Küsten, hohe Auflagen, beispielsweise ein tagelanges strenges Betretungsverbot. Außerdem dürften Beeren und Pilze mehrere Wochen danach nicht gesammelt werden, und zwar nicht aus übertriebenen Naturschutzgründen.

„Mit der Gegenüberstellung von Menschen- und Naturschutz wird wieder einmal eine ungute Gegnerschaft herbeigeredet", bedauert Doninger. »Die implizite Botschaft nämlich lautet: Der Naturschutz wendet sich gegen die Menschen. Das ist aber unzutreffend.

Schon Bernhard Grzimek habe festgestellt: „Naturschutz ist Menschenschutz." Was er damit meinte, sei ziemlich simpel: "Der Naturschutz hat es sich zur Aufgabe gemacht und sieht sich gesetzlich dazu verpflichtet, die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten.

Die Natur braucht uns Menschen nicht, wir aber könnten ohne sie nicht überleben. Den Menschen kann es also definitiv nicht gleichgültig sein, wie die Natur auf die höchst eigennützige Praxis ihrer Nutzer reagiert", skizziert Doninger.

Die ANU rät zum Eichenprozessionsspinner: „Er kann und darf und muss bekämpft werden, wo er dennoch .die Gesundheit von Menschen gefährdet, obwohl sie sich sachgemäß verhalten, also beispielsweise die Brennhaare in Hof und Garten nicht unnötig aufwirbeln.

Erfolgreich können sie in bewohnten Gebieten zum Zeitpunkt bekämpft werden, wenn die Raupen die Bäume hoch wandern. Da sollten sie abgeflämmt oder abgesaugt werden."


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