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vom 17.10.2016

Demo für Menschenschutz

Initiative einer Schnackenburgerin: 561 Unterzeichner fordern Effektivität gegen Eichenprozessionsspinner
tj Gartow. Mit Pauke und Trillerpfeifen ging es zum Rathaus: Für Gartow war die lange Kette von vor allem weiß gekleideten Menschen ein ungewöhnlicher Anblick. Auch Demos sind dort nicht alltäglich. Der Anlass, dessentwegen die rund 50 Demonstranten sich am Sonnabendnachmittag in einer Reihe vom Parkplatz an der Kirche aus zum Sitz der Samtgemeindeverwaltung schlängelten, ist dagegen im östlichen Lüchow-Dannenberg ein Problem, das für viele Menschen mehr zum Alltag gehört, als ihnen wohl lieb ist: Die Demonstration forderte eine konsequente und effektive Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Mit einer Demonstration durch Gartow machten gut 50 Einwohner vor allem Schnackenburgs auf die Probleme aufmerksam, die der Eichenprozessionsspinner nach wie vor bereitet, und forderten dessen nachhaltige Bekämpfung. Aufn.: T. Janssen

 

Darauf wiesen auch die weißen Arbeitsanzüge und Überwürfe hin, die symbolisch für die Schutzkleidung standen, die beim Umgang mit diesem Falter notwendig ist. Anlass der Demonstration war die Übergabe einer Unterschriftenliste an den Gartower Samtgemeindebürgermeister Christian Järnecke, auf der 561 Unterzeichner einen "Schluss mit den halbherzigen Versuchen" fordern.

"Naturschutz sollte auch Menschenschutz sein", betonen sie unter Hinweis auf die Gefahren, die der Falter und seine Raupen und Nester für die menschliche Gesundheit mit sich bringen, die seit rund fünf Jahren im Ostkreis präsent sind. Die reichen von Hautreizungen bis zu "im schlimmsten Fall allergischen Schockreaktionen", informieren die Demonstranten und fordern den "maximalen Einsatz hochwirksamer Substanzen" und die Nutzung aller Möglichkeiten zur Ausbringung. Einschließlich Hubschrauber und Drohnen.

Nun klingt gut 50, die Zahl der Teilnehmer an der kleinen Demonstration, oder auch 70, soviel waren bei der abschließenden Übergabe der Unterschriftenliste an den SG-Bürgermeister dabei, nicht nach einer besonders großen Zahl. Aber dass sie ein Anliegen überbrachten, für das sich mit ihrer Unterschrift eine Zahl von Menschen eingesetzt hat, die etwa der Einwohnerzahl Schnackenburgs entspricht, macht deutlich, dass der Eichenprozessionspinner nach wie vor ein größeres Problem ist. Und das deutlich länger, als es beim Auftreten der Insekten erwartet worden war. Rund zwei Drittel der Unterzeichner, sagt Angelika Rochow, die die Unterschriftenliste organisiert hat, seien Einwohner, die übrigen Urlauber. Gerade mit Blick auf den Tourismus sei "zielgerichtetes Handeln auf politischer Ebene notwendig", bevor die "Raupen die letzten Gäste vertreiben".

Was das angehe "mangelt es nicht am Wollen", betonte SG-Bürgermeister Järnicke, aber Grundstücksbesitzer könnten nicht einfach zur Bekämpfung des Eichenprozessionspinners verpflichtet werden und im Biosphärenreservat spreche der Naturschutz ein gewichtiges Wort mit. Auch sei Koordination mit dem Nachbarkreis in Sachsen-Anhalt sinnvoll, von wo die Eichenprozessionsspinner wohl in den Ostkreis gewandert seien. Er regte eine Arbeitsgruppe an, die danach suchen solle, was möglich sei, nachdem "deutlich ist, dass die bisherigen Maßnahmen nicht das Optimale waren". Ziel solle sein, dass bis zum Frühjahr "alle Details geklärt sind und eine weitere Bekämpfung starten kann, das sage ich Ihnen zu".


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