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vom 12.05.2016

Ziel: Artenvielfalt sichern

ANU will illegal genutzte Wegränder ermitteln — Stadtrat Wustrow stimmt für Kooperation

dm Wustrow. Die Stadt Wustrow will sich an einem Projekt beteiligen, bei dem Weg- und Straßenränder ermittelt werden, die Landwirte unrechtmäßig nutzen.

Ziel ist es, sie wieder in Besitz zu nehmen. Bei einer Gegenstimme votierte der Stadtrat bei seiner Sitzung am Dienstagabend im Gemeinschaftshaus für den Abschluss eines entsprechenden Kooperationsvertrages mit der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (ANU).

Den Naturschützern geht es laut Kooperationsvertrag unter anderem darum, die artenreichen Wegrand- und Saumbiotope, die illegal umgepflügt wurden, in eine vielfältige Saumstruktur zurückzuführen und sie langfristig für die Artenvielfalt zu sichern. Die ANU verspricht sich von dem Förderprojekt zudem, dass die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert wird. Außerdem glaubt man bei der ANU, dass durch das Projekt die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung steigen könnte.

Skeptisch äußerte sich CDU-Sprecher Wolfgang Stendel, auch „wenn wir uns nicht sperren wollen". Man müsse aber wissen, wie das gemacht werden soll.

Bürgermeister Andrea Heilemann von der Bunten Fraktion geht davon aus, dass die Stadt gefragt werde, wenn im Rahmen des Projektes konkrete Maßnahmen geplant sind.

Für ihren Fraktionskollegen Markus Schöning ergeben sich aus dem Kooperationsvertrag auch positive ökonomische Effekte, weil dadurch ein neuer Arbeitsplatz geschaffen werde.

„Wir sollten diese gute Chance zum langfristigen Artenschutz durch die Vernetzung solcher Flächen nutzen", appellierte Christian Günther von der BsB (Bürgermeinschaft statt Bürokratie).

Ein für das Projekt, das aus Landesmitteln gefördert werden soll, einzustellender Vollzeitmitarbeiter soll mit Hilfe des Geo-Informationssytems (GIS) ermitteln, wo sich Flächen befinden, die Bauern unrechtmäßig bewirtschaften, informierte Willy Hardes, einer der beiden ANU-Vorsitzenden, auf EJZ-Anfrage.

Schätzungen gingen davon aus, dass in ganz Lüchow-Dannenberg 800 Hektar Wegeränder illegal bewirtschaftet werden, das entspricht etwa 1,3 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Kreisgebiet oder mehr als tausend Fußballplätzen. Dabei handele es sich um potenzielle Biotope, die nicht für diesen Zweck zur Verfügung stünden. Im Landesumweltministerium gehe man davon aus, dass die Fläche, die dadurch für den Artenschutz gewonnen werden könnte, größer ist als alle niedersächsischen Naturschutzgebiete zusammen, ergänzte Albert Doninger, der Co-Vorsitzende der ANU.

Bedeutsam sei das Projekt auch für Landwirte, die EU-Flächenprämien erhalten, erläuterte Hardes. Eventuell müssten Bauern, die unrechtmäßig Wegeränder bewirtschaften, ihre Prämien zurückzahlen, und zwar nicht nur für die betroffenen Flächen, sondern alle, die sie bekommen haben. Die Naturschützer wollten sich aber gütlich mit betroffenen Bauern einigen, betont Doninger, er hofft dabei auf Unterstützung der Kommunen. Ziel sei, diese Flächen für den Artenschutz zu nutzen. Anzeigen wären das allerletzte Mittel.

Bei der ANU hofft man, dass das Projekt im Herbst startet, zunächst müsse der Förderantrag beim Umweltministerium gestellt werden. Zu Anfang soll in der Gemeinde Bergen nach solchen Flächen ,gesucht werden, während das Projekt in Wustrow allmählich anlaufen werde, so Hardes.


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