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vom 03.03.2015

Die Angst vor dem Güterverkehr

Auch die ANU veranstaltete eine Diskussion zur sogenannten Breimeier-Variante für Schienenverkehr

tl Dannenberg. Die Angst vor einem hochfrequentierten Eisenbahn-Güterverkehr durch Lüchow-Dannenbergs Nordkreis wird nicht weniger.

Es ist die Angst vor 220 Güterzügen pro Tag, die Angst vor doppelstöckigen Waggons, die Krach machen, die Angst vor einer Zuganbindung an ein mögliches Atom-Endlager in Gorleben.

Kommt der Güterverkehr oder nicht? Bisher wird viel über die Breimeier-Variante, die auch durch den Nordkreis, wie hier bei Pisselberg

Auch die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (ANU) plagt diese Angst, weshalb sie am Freitagabend zu einer Diskussionsveranstaltung in den Dannenberger Ostbahnhof geladen hatte.

Holger Mayer von der BI Nordheide und dem Forum Pro Lebensqualität, das vor Kurzem Schlagzeilen mit seinem Verdacht einer besseren Bahnanbindung durch die ins Spiel gebrachte Breimeier-Variante an Gorleben machte (EJZ berichtete), bekräftigte die Gorleben- Verschwörungstheorie einmal mehr vor gut 30 Zuhörern.

Als Referent des Abends zog er Parallelen zwischen der frühestmöglichen Fertigstellung der Bahntrasse von Lüneburg über Hitzacker, Dannenberg und weiter nach Dömitz und Wittenberge im Jahr 2030/31 und der Endlagersuche. „Ziel ist es, dass 2031 die Endlagersuche abgeschlossen sein soll. Und machen wir uns nichts vor: Das Endlager wird dort kommen, wo wenig Menschen leben und die Infrastruktur gut ausgebaut ist. Kommt die Breimeier-Variante, wäre es ein leichtes, die letzten paar Kilometer Schiene auch noch zu bauen“, glaubt Mayer, dass Gorleben durch den Ausbau der Bahntrasse bevorzugt werden könnte. Zudem glaubt er, dass geplante Lärm- und Wildschutzwände nur ein Vorwand für einen sicheren Demonstrationsschutz wären. Und er rechnete auch noch: „Die Lärmschutzwände würden auf dieser Strecke großzügig gerechnet 200 Millionen Euro kosten, die Kosten für Castoreinsätze mit Polizeischutz würden sich auf 1,8 Milliarden Euro summieren. Da wären Lärmschutzwände doch Peanuts gegen.“

 Bei allen Argumenten: Es bleibt wohl vorerst eine Verschwörungstheorie. Auch, wenn der Großteil der Diskussionsteilnehmer ihr zustimmte. Eine Zuhörerin wollte wissen, ob die Bahn ihre Pläne einfach durchziehen könne, ohne das Land und die Landkreise einzubeziehen und erfuhr, dass Bahnrecht, in dem Fall Bundesrecht, vorgehe.

Die Naturschützer sorgen sich bei der ins Spiel gebrachten Bahntrasse zur Entlastung der Y-Trasse um die C-Gebiete im Biosphörenreservat an der Elbe, wo die Trasse durchlaufen müsste. Und dann sei da noch die Sache mit dem ständigen Wachstum, das vor allem die ANU-Mitglieder kritisch sehen: „Wer soll denn die 70 Prozent mehr prognostizierten Güter alle verbrauchen?“

Dies alles solle Mut geben, sich zu vernetzen und am „Dialogforum Schiene Nord“ teilzunehmen, rief Mayer auf. Wer aber versuchte, auch mögliche positive Effekte herauszustellen, der hatte kaum eine Chance und wurde spätestens im dritten Satz unterbrochen. Unter diesen Leuten war nicht nur ein hiesiger Unternehmer, sondern auch Hans-Christian Friedrichs, der Niedersächsische Landesvorsitzende des Verkehrclubs Deutschlands.

Der hatte zur Breimeier-Variante ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Kosten, Nutzen und Auswirkungen herausstellen soll. Auch er hatte kaum Gelegenheit, seine Gedankengänge zu Ende zu bringen, wurde immer wieder unterbrochen, auch durch den Moderator. „Das war nicht anders zu erwarten“, erklärte Friedrichs nach der Veranstaltung, „aber ich würde trotzdem gerne wieder herkommen, um zu diskutieren.“

http://www.ejz.de/ejz_50_110856285-28-_Die-Angst-vor-dem-Gueterverkehr-laesst-nicht-nach.html

 


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