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vom  31.08.2014

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Vortrag: „Kernschmelze des Finanzsystems"

Lüchow (iinf/bvo) Mit dem Titel "Kernschmelze des Finanzsystems und die Folgen für uns - ist die Finanz-und Staatsschuldenkrise jetzt endlich vorbei oder steht uns die Systemkrise noch bevor?" veranstaltet die ANU Wendland am Mittwoch, den 10. September um 19 Uhr im Ratskeller Lüchow einen Vortrag mit anschließender Diskussion mit Dr. Helge Peukert.

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Prof. Helge Peukert referiert am Mittwoch, 10. September in Lüchow.

Dr. Peukert ist Professor am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Finanzsoziologie an der Universität Erfurt. Neben der Ökonomie des öffentlichen Sektors befasst er sich als heterodoxer Ökonom auch mit der Geschichte des ökonomischen Denkens, Wirtschaftsgeschichte und den Grenzen des Wachstums.

In „Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise" (Metropolis, 5. Aufl. 2013) und „Das Moneyfest" (Metropolis, 2. Aufl. 2014) hat er die gegenwärtigen Krisenerscheinungen analysiert und radikale Reformen vorgeschlagen. Er ist u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac, der Monetative und von Occupy Money. In den Jahren seit 2007 stand die Welt kurz vor einer Kernschmelze des Finanzsystems, die nur durch massive Rettungsaktionen der Politik zu Lasten des Steuerzahlers verhindert wurde.

Die Finanzkrise widerlegt radikal die von Wirtschaft, Politik und der großen Mehrheit der Mainstreamökonomie geteilte Weltsicht, dass Selbstkontrolle, soft regulation und das Eigeninteresse der Akteure zu effizienten Finanzmärkten führen. Lehren hat man im finanzwirtschaftlichpolitisch-wissenschaftlichen Komplex aus dieser Jahrhunderterfahrung Interessen- und ideologiebedingt zugunsten kleinerer Marginalreformen bisher kaum gezogen. Statt dessen haben wir uns die Staatsschuldenkrise eingehandelt und mit der Bankenunion wird so getan, als könne man Systemkrisen ohne Rückgriff auf das Geld der Steuerzahler in den Griff bekommen.

An Stelle kosmetischer Maßnahmen sollten laut Peukert „drastische Reformen" durchgeführt werden: Eine Vollgeldreform (100-prozentige Mindestreserve), eine Größenbeschränkung für Banken, die Trennung von Geschäfts-und Investmentbanken, deutlich höhere und andere Eigenkapitalanforderungen, substantielle Beschränkungen des Derivatehandels. eine Tobin-Steuer usw.

Untersucht werden auch die gesamtgesellschaftlichen Ursachen und Folgen der Aufblähung des Finanzsektors und die Notwendigkeit seiner Schrumpfung. Eine Staateninsolvenzverordung wäre ebenso angeraten wie eine internationale Entschuldungskonferenz
und (einmalige) Vermögensabgaben - und längerfristig EU-Mindeststeuern bis hin zu Zöllen (Grenzausgleichsabgaben) zur Vermeidung unfairen internationalen Wettbewerbs (sozial-ökologisches Dumping).

 

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Bearbeitet am: 01.09.2014/ad


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