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vom 28.03.2010

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Bienensterben hausgemacht

ANU: Landwirtschaft führt zu immensen Problemen

Lüchow (inf/bvo) Das Thema hatte es in sich, dementsprechend voll war auch der Ratskeller in Lüchow.

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Von Links nach Rechts: Peter Thießel, Dr. Heribert Wefers, Marco Otte, Hermann Klepper, Anke Bohnenbuck, Henning Harms

Foto: ANU-Wendland e.V.

Die Veranstaltung wurde von der ANU-Wendland in Zusammenarbeit mit den Imkern
gemacht. Gleich zu Beginn erläuterte Hermann Klepper die Intention des Abends und stellte die Anwesenden auf dem Podium vor. Die Probleme seien so gravierend, dass es für alle unumgänglich sei, eine Lösung zu finden. Deshalb sei er froh, dass der Arbeitskreis Junger Landwirte, sowie Henning Harms aus der Landwirtschaft für diesen Abend zu gewinnen waren.


Anke Bohnenbuck vom Arbeitskreis Junger Landwirte stellte sich als Bäuerin des Landkreises dar. Sie, ihr Bruder und die Eltern haben einen Milchviehbetrieb, den sie "konventionell" bewirtschaften. Konventionell heißt bei ihnen, dass die Kühe auf der Weide sind und die Einstreu im Stall aus Stroh bestehe. Konventionell bedeutet für sie aber auch, so wirtschaften, dass die eingesetzten Ressourcen für die Ökologie auch nachhaltig sind. Sie sei selbst auch nicht glücklich über die Entwicklung in der Landwirtschaft und das Wachsen und Weichen sei sicherlich der falsche Weg.

Henning Harms stellte seinen Betrieb vor und auch er könne dem nur zustimmen, was die Vorrednerin erläutert hatte. Die Landwirtschaft subventioniere die immer billiger werdenden
Lebensmittel und hätte einen ständigen Kampf um das Überleben. Dies könne nicht der richtige Weg sein.
Marco Otte als Berufsimker machte einen Rückblick auf seine Familientradition und meinte, dass die zunehmende Verarmung der Ökologie in der Landschaft zu so immensen Problemen für die Imkerei geführt habe, dass ein "weiter so" auch sein Auskommen als Berufsimker in Frage stelle. In den letzten 15 Jahre habe sich ein so starker Wandel in der Landwirtschaft vollzogen, dass es durch den steigenden Einsatz der Spritzmittel, die immer größeren Maschinen und die immer größeren Schläge für die Bienen dramatische Folgen habe.
Die Biene sein nur ein Indikator für den rasanten Umbruch.
Der Großteil der Bevölkerung ist sich gar nicht bewusst, dass mit dem Bienensterben auch ein Sterben aller anderen Insekten einher geht und damit die Nahrungskette schon zu Beginn unterbrochen wird.

Peter Thießel stellte mit seinem Bildervortrag die Probleme des Pflanzenschutzes für die Bienen dar. Er belegte mit Zahlen das Bienensterben in der EU im Jahre 2008. Durch die Neuzulassung von einem Spritzmittel, das nun angewendet werde, sei z. B. die tödliche Dosis für die Biene eine so geringen Mengen, wie das nie zuvor der Fall war.
Bei der Zulassung durch die amtlichen Stellen wird ein Spritzmittel als Bienenfreundlich bezeichnet und für den Verkehr zugelassen, wenn von 100 Bienen dies
49 überleben. Als Bienengefährlich wird es eingestuft, wenn dies 51 von 100 überleben.
Dies kann für die Imker kein hinnehmbarer Zustand bleiben, wenn die Hersteller der Spritzmittel völlig intransparente, für die Öffentlichkeit unzugängliche Nachweise ihrer
Produkte betreiben. Es gibt keine Stelle oder Institution, schon gar keine unabhängige, die dies nachvollziehen oder überprüfen könnte.

Als Referent mit einem Bildvortrag begrüßte Herr Klepper dann Dr. Heribert Wefers vom BUND. Dieser sei Biologe, Physiker und Wissenschaftsautor. Er erklärte dem Publikum die Wirkungsweise der Gentechnik und der Spritzmittel auf die Ökologie. Die Auswirkungen der nicht erforschten Langzeitwirkungsweise bei dem Ausbringen von gentechnischem Saatgut sind überhaupt nicht absehbar.
Auch hier gibt es keine Untersuchungen und vor allem keine Forschungsmittel für unabhängige Institute.
Die Agrarindustrie geht mit ihren Veröffentlichungen und Werbung im Bereich Landwirtschaft, so manipulativ vor, dass es einzig ihrem eigenen Profit dient.

Die UN hat mittlerweile Zahlen veröffentlicht, nach denen der weitere Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut für die Weltbevölkerung katastrophale Folgen hat. Nur eine völlige Rückkehr zu herkömmlichen Anbaumethoden unter Berücksichtigung der für die entsprechende Bodenbedingungen geeigneten Feldfrüchten, könne dies leisten.
Der ökologische Landbau wäre das Instrument um das Artensterben und das ökologische Desaster zu stoppen.
Die Bevölkerung, ein Drittel in Deutschland, ist in immer stärkerem Maße durch Allergien durch den Chemieeinsatz betroffen. Nur durch den ökologischen Umgang mit der Natur könne man einen Wandel erreichen.
In der anschließenden Diskussion wurde auch durch die Zuhörer der dringende Appell an alle gerichtet, dass nur durch ein Miteinander von Landwirtschaft und Bevölkerung ein Umdenken und damit eine Umkehrung des jetzigen Zustandes zu erreichen sei.




 

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Bearbeitet am: 28.03.2010/ad


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