ejzmini.gif (1299 Byte)

vom 29.06.2011

»Wir kommen und helfen euch»

Solidaritätskundgebung mit rund 50 Treckern auf Bauplatz für Hähnchenmaststall bei Teplingen

dm Teplingen.  Mit einer überwältigenden Solidaritätsbekundung haben Dutzende Landwirte aus dem Kreisgebiet der Landwirtsfamilie Greve aus Teplingen den Rücken gestärkt. Rund 50 Traktoren fuhren ges-tern am frühen Nachmittag auf dem Bauplatz für den nahe des Dorfes geplanten und genehmigten Hähnchenmaststall auf.

»Wenn ihr Hilfe braucht, wir kommen wieder und helfen euch», rief Kreislandwirt Adolf Tebel unter dem Beifall von rund 120 Personen den Greves zu und schloss die Billerbecker Familie Bäthge ein, deren Bauplatz für eine weitere Hähnchnmastanlage bei Bahnhof-Schnega ebenfalls besetzt worden war. Das Bauvorhaben der Landwirtsfamilie, die ein großes Risiko eingehe, sei rechtens, betonte Tebel: »Wenn ich eine Baugenehmigung vom Landkreis ha- be, darf ich auch bauen. Was hier passiert ist, ist für uns als Grundeigentümer nicht mehr tragbar», verurteilte er die Besetzung des Bauplatzes. Er monierte, jedes landwirtschaftliche Bauvorhaben in Lüchow-Dannenberg werde zerredet. Er glaube, dass nur eine Minderheit der Bevölkerung solche Mastprojekte ablehne, weil die Verbraucher günstiges Hühnerfleisch wollen.

Dennis Gehrke von der Arbeitsgemeinschaft junger Landwirte freute sich über die breite Unterstützung für die Teplinger Landwirtsfamilie. Er appellierte, Greves sollten sich nicht einschüchtern lassen und das Maststallprojekt durchziehen.

Am Rande der Solidaritätskundgebung widersprachen Teilnehmer der Räumung des besetzten Bauplatzes am Montagabend der Schilderung des Geschehens in der gestrigen EJZ-Ausgabe. Die Landwirte hätten auf die Unversehrtheit der Besetzer geachtet und in jedes Zelt gesehen, bevor Zelte, Verschläge, eine provisorische Toilette sowie die Dreibeine aus Holz vom Gelände geräumt wurden. Zudem seien die Besetzer nicht - wie von ihnen geschildert - geschlagen worden, betonte einer der Landwirte.

Dennoch wird die Aktion vermutlich ein juristisches Nachspiel haben. Derzeit ermittelt die Polizei, was überhaupt geschehen war, bevor die Beamten nach der Räumung auf dem Areal eintrafen. Ihr Bericht soll demnächst der Staatsanwaltschaft Lüneburg vorgelegt werden. Die Polizei wird neben vielen Anzeigen vonseiten der Besetzer und der Landwirte auch deren Verhalten und weiterer Personen bei der Räumung überprüfen, versicherte Ulrich Constabel, der stellvertretende Leiter des Polizeikommissariats.

Als die Polizei am Montagabend auf dem Bauplatz eintraf, befanden sich dort sowie in den angrenzenden Maisfeldern und im Wald mindestens 75 Personen, schilderte Constabel. Weil der Konflikt zwischen den Tiermastgegnern sowie den Landwirten erneut zu eskalieren drohte, habe die Polizei zwei getrennte Anzeigenpunkte eingerichtet. Die Anzeigen bezogen sich auf einzelne Situationen nach der Räumung, es ging um Bedrohungen, Verletzungen und Sachbeschädigungen.

Das Gerücht, das am Montagabend unter den Tiermastgegnern am Bauplatz die Runde machte, der Landwirt hätte mit dem Bau des Hähnchenmaststalls noch gar nicht beginnen dürfen, erwies sich auf Nachfrage beim Landkreis als falsch. Die entsprechende Auflage in der Baugenehmigung lautet nach Angaben von Wolfgang Hohlfeld vom Fachdienst Bauordnung, dass die Erschließungsstraße von der Landesstraße zum Gelände zum Baubeginn bis zur Tragschichtebene fertig sein muss. Diese Auflage sei durch den vorhandenen Betonspurweg erfüllt.

Schon gestern Morgen wurde auf dem Areal, auf dem neben dem Hähnchenmaststall auch eine Biogasanlage mit Wärmeversorgung entstehen soll, wieder gearbeitet.

Bezugsquelle:

Amtliches Kreisblatt Lüchow-Dannenberg
Verlag und Druck:
Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring & Co.
Wallstraße 22-24,
29439 Lüchow

Telefon: (05841) 127 - 0
Redaktion:
Tel.: (05841) 127 160
Fax:: (05841) 127 380
Anzeigen und Verlag:
Tel.: (05841) 127 150
Fax: (05841) 127 350

http://www.ejz.de

 


zurück zur Homepage