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vom 26.07.2011

Nicht weiter „Öl ins Feuer gießen"

AbL-Sprecher Niemann mahnt in Sachen Massentierhaltung zu einer Rückkehr zur sachlichen Diskussion

rg Lüchow. Vor dem Hintergrund jüngster Brände von Großmastanlagen hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) den Präsidenten des Niedersächsischen Landvolkes, Werner Hilse, aufgefordert, in der „ohnehin angespannten Situation nicht noch durch aggressive Diffamierung der Bürgerinitiativen gegen Agrarfabriken weiter Öl ins Feuer zu gießen". Ein Kommentar des Landvolk-Wochenblattes „Land & Forst" verunglimpfe die Bürgerinitiativen, die sich gegen Massentierhaltung engagieren, als „biedermännische Wegbereiter für Brandstifter" und als „tageslichtscheue Gestalten", kritisiert AbL-Sprecher Eckehard Niemann.

Werner Hilse selber versuche sogar jene zu kriminalisieren, die anlässlich der noch ungeklärten Brandursache mehr Brandschutz für neue Mastanlagen gefordert hatten: Laut Hilse würden diese „den demokratischen Weg verlassen und sich mit den Brandstiftern auf eine Stufe" stellen.

In diesem Zusammenhang sei es der AbL zufolge „nicht verwunderlich", wenn nun in Hilses Nachbarschaft, nämlich in Lüchow, am Rande einer Kundgebung gegen industrielle Massentierhaltung anonyme Flugblätter auftauchten, auf denener, also Eckehard Niemann, sogar namentlich danach gefragt wird, wo denn der nächste Brandort sein werde.

Niemann kündigte an, dass man diese Äußerungen juristisch prüfen lassen werde. Landvolk-Präsident Hilse wisse ganz genau, „dass sich AbL, andere Verbände und Bürgerinitiativen mehrfach für eine faire und legale Auseinandersetzung und eindeutig auch gegen Brandstiftungen ausgesprochen" hätten.

Niemanns Ansicht zufolge schlage „die Agrarindustrie-Lobby angesichts der Wirkungslosigkeit ihrer Agrarfabriken-Schönfärberei nunmehr hilflos und aggressiv um sich". Der„Versuch, jegliche Kritik an der Qualhaltung in Agrarfabriken mit Hinweis auf angebliche Begünstigung etwaiger Brandstifter abzuwürgen", sei „zum Scheitern verdammt und schadet der Akzeptanz der gesamten Landwirtschaft".

Der AbL-Sprecher fordert Niedersachsens Landvolkpräsidenten Hilse auf, „im Interesse der Mehrheit der Bauern die gesellschaftliche Entwicklung hin zu einer artgerechten Tierhaltung in bäuerlich-mittelständischen Strukturen nicht länger zu bekämpfen". Es gelte, so Niemann, die „mit dieser Entwicklung verbundene Akzeptanz und Mengenreduzierung aktiv für diepolitische Durchsetzung höherer Erzeugerpreise zu nutzen".

Die AbL begrüße es, dass neben ihr auch die örtlichen Bürgerinitiativen, der Bund Deutscher Milchviehhalter und die Bäuerliche Notgemeinschaft zu einer sachlichen und fairen Diskussion aufgerufen hätten. Am Rande der Kundgebung in Lüchow sei zwischen Vertretern des regionalen Landvolk-Bezirksverbands und der AbL ein baldiger interner Meinungsaustausch vereinbart worden, sagte AbL-Sprecher Eckehard Niemann: „Dies ist der richtige Weg für die dringend notwendige Auseinandersetzung um die Zukunftswege der Landwirtschaft."

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