ejzmini.gif (1299 Byte)

vom 23.07.2011

Wütend auf den »Aufhetzer»

200 Massentierhaltungsgegner demonstrieren auf dem Lüchower Marktplatz - Gegendemo von Landwirten

rg Lüchow. Neu waren die Argumente der Massentierhaltungsgegner nicht. Rund 200 von ihnen hatten sich gestern bei schlechtem Demonstrations-Wetter auf dem Lüchower Marktplatz eingefunden, um gegen industrielle Massentierhaltung und damit auch gegen die geplanten Mastanlagen bei Teplingen, Schnega und Groß Heide zu demonstrieren.

23juli.jpg (14725 Byte)
Bild: Der Onlie-Ausgabe

23juli_b.jpg (18504 Byte)

Bild: Wegweiser für die einen, Aufhetzer für die anderen: AbL-Sprecher Eckehard Niemann (rechts) polarisiert. Auf der Anti-Massentier- haltungskundgebung gestern auf dem Lüchower Marktplatz geriet er am Rande der Veranstaltung mit Gegendemonstranten verbal aneinander. Seine Aufforderung zur Diskussion auf der Kundgebungsbühne wollte jedoch niemand annehmen. Aufn.: R. Groß

Achtung vor dem Leben, Respekt vor der Schöpfung, Verantwortung für die Mitlebewesen forderten zahlreiche Transparente und Schilder, Mord nannten andere das Schlachten von Tieren überhaupt, wieder andere zeigten mit drastischen Fotos das Leiden in den Tierfabriken.

Neu war allerdings das Ausmaß des Protestes: Fand der Protest zum selben Thema vor einem Jahr an selber Stelle noch sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, kamen nun so viele Interessierte, dass es auf dem Marktplatz eng wurde. Das Thema ist in der breiten Öffentlichkeit angekommen, resümierte einer der Organisatoren. Allerdings: Von einem Massenprotest sind die Massentierhaltungsgegner auch noch weit entfernt.

Neu war gestern auf dem Lüchower Marktplatz auch, dass nicht alle Zuhörer die Meinung der Redner auf der Bühne teilten: Gut 50 konventionell wirtschaftende Landwirte waren gekommen, um zu demonstrieren, dass sie die Mord- und Tierquälerei-Vorwürfe nicht unwidersprochen lassen wollten. »Keine Hetze gegen Wendland-Bauern» forderten sie auf einem großen Transparent, und hoch über der Marktplatz-Szenerie flatterte ein Bettlaken, auf dem der Arbeitskreis junger Landwirte klarstellte, dass man sich nicht die eigene Zukunft »verbauen» lassen werde.

Besonders der Redner der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Eckehard Niemann, war es, der die Wut der Landwirte auf sich zog. Niemann, eigentlich einmal selbst Landwirt, habe »seit Jahren keine Mistgabe mehr in der Hand gehabt und hetzt nur noch die Leute auf», warf dem AbL-Sprecher einer der Landwirte vor. Das Angebot Niemanns an die Gegendemonstranten, auf die Bühne zu kommen und »hier und jetzt mit der Diskussion» anzufangen, nahm dann aber keiner der Gegendemonstranten an. Die Bühne auf einer solchen Kundgebung sei »keine Plattform für unsere Argumente, sondern ein Pranger», so ein Landwirt. Also wurde nicht diskutiert. Zumindest nicht öffentlich auf der Bühne.

Bild: Wegweiser für die einen, Aufhetzer für die anderen: AbL-Sprecher Eckehard Niemann (rechts) polarisiert. Auf der Anti-Massentier- haltungskundgebung gestern auf dem Lüchower Marktplatz geriet er am Rande der Veranstaltung mit Gegendemonstranten verbal aneinander. Seine Aufforderung zur Diskussion auf der Kundgebungsbühne wollte jedoch niemand annehmen. Aufn.: R. Groß

Bezugsquelle:

Amtliches Kreisblatt Lüchow-Dannenberg
Verlag und Druck:
Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring & Co.
Wallstraße 22-24,
29439 Lüchow

Telefon: (05841) 127 - 0
Redaktion:
Tel.: (05841) 127 160
Fax:: (05841) 127 380
Anzeigen und Verlag:
Tel.: (05841) 127 150
Fax: (05841) 127 350

http://www.ejz.de


zurück zur Homepage