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vom 26.08.2010

»Mit Rauch »ordentlich Dampf machen»

Imker protestieren in Lüchow gegen das Abpflügen von Wegeseitenrändern - Schwedland: »Thema verschärft angehen»

rg Lüchow.  Wenn die Streifen links und rechts von Feldwegen immer schmaler werden und die angrenzenden Felder immer größer, dann betrifft das zuallererst einmal die Gemeinden. Denn es sind schließlich zumeist deren Flächen, die Pflugscharbreite um Pflugscharbreite der landwirtschaftlich genutzten Scholle einverleibt werden.

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Bild: Mit viel Rauch wollten Imker gestern der Lüchower Verwaltung Dampf machen, damit sich diese für den Erhalt der Wege- seitenränder einsetzt. Denn die, so die Imker, seien für ihre Bienen existenziell wichtig, als Rückzugsgebiete und Nahrungsquelle in einer zunehmend monokultur-geprägten Landschaft. Aufn.: R. Groß

Dass die Gemeinden jedoch beileibe nicht die einzigen sind, die unter dieser Landnahme - in welchem Umfang und mit welcher Absicht sie auch immer geschieht - zu leiden haben, darauf haben gestern in Lüchow rund 40 Imker aufmerksam gemacht. Denn mit den Wegeseitenrändern verschwänden einige der letzten Rückzugsräume und Nahrungsquellen für ihre Bienen »unter Mais-, Raps- und Getreidemonokulturen». Und das bedrohe nicht nur die Existenz der Bienenvölker, sondern bringe auch die Landwirtschaft in ernste Gefahr. Denn die sei schließlich auf die Bienen als Bestäuber vieler Nutzpflanzen angewiesen.

Unter dem Motto »Wir machen der Verwaltung Dampf» hatten sich die Imker in ih- rer Berufskleidung vor dem Lü- chower Rathaus versammelt, um Lüchows Samtgemeindebür- germeister Hubert Schwedland die Forderung zu übergeben, sich für den Erhalt der Wegeseitenränder und »die Wiederherstellung unrechtmäßig abgepflügter Wegeflächen» einzusetzen. Sie forderten verstärkte Kontrollen und ein schärferes Vorgehen der Verwaltungen, sollte festgestellt werden, dass Wegeseitenränder unrechtmäßig untergepflügt worden seien.

»Seit Jahrzehnten beobachten wir, dass mit der industriel- len Landwirtschaft, durch Monokulturen, vor allem Maisanbau, und den Einsatz von Spritzmitteln und Mineraldünger die Vielfalt der Wildblütenpflanzen enorm abgenommen hat», erläuterte Hobby-Imker Hermann Klepper auf den Stufen des Rathauses. Gerade deswegen komme den Wegeseitenrändern »eine so hohe Bedeutung zu». Die »Aussagen des Bauernverbandes und einiger Gemeindebürgermeister», dass es nur »einige wenige schwarze Schafe» unter den Landwirten seien, die sich Flächen durch Umpflügen aneignen (EJZ berichtete), seien für die Imker »Ausdruck von Verharmlosung eines seit Jahrzehnten immer weiter fortschreitenden Vorgangs», so Klepper. »Und das Ergebnis ist eine zunehmende Verarmung unserer Landschaft bei der biologischen Vielfalt.» Die Verwaltung dürfe den Konflikt mit den Landwirten nicht scheuen, stellten die Imker heraus. »Das würde heißen, die berechtigten Interessen anderer Gruppen wie uns Imkern, aber auch den Touristen, den Naturschützern und anderen zu miss-achten», stellte Klepper heraus. Daher wolle man auch seitens der Imker nun das Gespräch mit den Landwirten suchen - um »über die Konflikte zu reden».

Hubert Schwedland zeigte Verständnis für die Sorgen der Imker. Man dürfe jedoch die Landwirte »nicht unter Generalverdacht stellen», denn es seien »in der Tat nur einige schwarze Schafe», die bewusst und in größerem Umfang Wegeseitenränder oder gar ganze Wege unterpflügen. Doch als Verwaltung »haben wir jetzt den Stein ins Rollen gebracht», versprach Lüchows Verwaltungschef. Die Gemeinden seien nach den EJZ-Berichten sensibilisiert, es hätten bereits viele Gespräche stattgefunden, und »mittelfristig wird sich da auch einiges tun, wir werden das hinbekommen», betonte Schwedland. »Vielleicht nicht sofort, aber wenn wir uns in einem Jahr wieder treffen, wird sich was getan haben.»

 

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