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vom 14.07.2010

Finger und Pflug weg vom Wegesrand

Landkreis und Samtgemeinden wollen gegen illegale landwirtschaftliche Nutzung kommunaler Flächen vorgehen

rg Lüchow/Dannenberg. Der Landkreis und die drei Samtgemeinden wollen verstärkt gegen die illegale landwirtschaftliche Nutzung von kommunalen Flächen vorgehen. Im Fokus stehen dabei vor allem die Randstreifen entlang von Feldwegen. Die, heißt es von der Kreisverwaltung, würden nämlich nicht selten von Landwirten einfach in Beschlag genommen - sprich: Sie werden umgepflügt und dann als Anbaufläche genutzt, obwohl sie nicht dem Landwirt, sondern dem Staat gehören. Auf rund 100 Hektar schätzt der Landkreis die Beute dieses oftmals schleichenden Flächendiebstahls, Naturschützer gehen von einer weitaus höheren Zahl aus. Und diese „Eigentumsverletzungen werden ab sofort verfolgt", heißt es drohend aus dem Kreishaus in Lüchow.

Seit dem 1. März dieses Jahres stellt die illegale Umwandlung der Wegeseitenränder eine Ordnungswidrigkeit dar, betont die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Und da diese Seitenräume häufig Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten sein, sei deren Nutzung als Anbaufläche zudem ein Verstoß gegen Naturschutzgesetze - ganz abgesehen von dem Verletzen der Rechte der Eigentümer. Nun soll anhand von Luftaufnahmen denjenigen auf die Schliche gekommen werden, die sich solche kommunalen Flächen unrechtmäßig angeeignet haben. Das seien im Übrigen nicht ausschließlich Landwirte, betont man im Kreishaus. Alle, die „über ihre Ackerflächen hinaus" gepflügt haben, sollten schleunigst die Wegeseitenräume „wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen".

Nach dem Naturschutzrecht müsse sich „jeder so verhalten,dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden", heißt es aus dem Kreishaus. So dürften die Saumbiotope, wie die Wegeränder auch bezeichnet werden, nicht nur nicht umgepflügt, sondern auch nicht mit Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Landwirte, die sich nicht daran halten, müssten mit „empfindlichen Geldbußen" rechnen.

„Weg-, Feld- und Wiesenränder stellen in unserer immer dichter besiedelten und intensiv genutzten Landschaft einen lebenswichtigen Schutzraum für Pflanzen und Tiere dar", betont man bei der Unteren Naturschutzbehörde. Sie seien ein wichtiges Rückzugsgebiet - auch, wenn sie oft unscheinbar wirken. Wenn sie gemäht werden müssen, dann sollte der Schnitt möglichst hoch angesetzt werden, fordert der Landkreis, damit Tiere, die dort existieren, überleben können. Böschungen sollten generell nicht gemäht werden, Gräben und Wegesränder nach Möglichkeit erst ab Mitte September. „Etwaige Areale mit Problemkräutern", etwa Jakobskreuzkraut, „sollten punktuell unter Schonung der übrigen Flächen gemäht werden".

Warum Wegränder dem Pflug zum Opfer fallen, verdeutlichen folgende Zahlen: Auf einem Hektar können in Deutschland beispielsweise durchschnittlich acht bis zehn Tonnen Weizen geerntet werden, oder 25 bis 38 Tonnen Kartoffeln.

Bezugsquelle:

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