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Wo ist bloß der Weg geblieben?

as Lüchow. Wo ist den bloß der Feldweg geblieben? Ist der nicht ursprünglich an die zwölf Meter breit gewesen? - Solche Fragen tauchen nahezu in allen Gemeinden Lüchow-Dannenbergs auf. Denn: Immer wieder eignen sich einige wenige Landwirte rechtswidrig Gemeinde- eigentum an, in dem sie öffentliche Wegeränder umpflügen und für ihre private Bestellung nutzen.

Von den Kommunen wird das Eigentumsdelikt so gut wie nie verfolgt. Denn um den Beweis anzutreten, müssten Vermessungen erfolgen. Und die sind teuer und müssen anteilig von der Kommune bezahlt werden. So haben jene schwarzen Schafe unter den Landwirten beste Chancen, dass ihre Dreistigkeit ungeahndet bleibt. Mancherorts wollen Anwohner solch rechtswidrige Besitzeinnahme nicht hinnehmen. In Rehbeck hat sich beispielsweise eine Gruppe von Bürgern hilfesuchend an die Stadt gewandt. Ihre Idee: Die Stadt soll genehmigen, dass die Gruppe auf den Wegerändern - sprich auf Gemeindeland - auf eigene Kosten und in Eigeninitiative Hecken anpflanzen darf und diese später auch pflegt.

Drei Wege wurden vorgeschlagen, die mittlerweile nur noch eine Breite von rund sechs Metern besitzen, weil der Landwirt sie widerrechtlich nutzt. Ferner möge die Stadt die Aktion durch das Einmessen des Weggrundstücks unterstützen. Im Bauausschuss der Stadt Lüchow stellte Bauamtsleiter Gerd Hanus zu der Anregung fest: »Grundsätzlich sind derartige Initiativen zu unterstützen. Jedoch sollte man bei Heckenpflanzungen an Wegesrändern nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen.

Bei vielen Hecken zeigt sich, dass der Platzbedarf sowohl für die Fahrbahn als auch für die anliegenden Grundstücke zu gering bemessen war. Die daraus resultierenden jährlichen Rückschnitte bzw. nicht durchgeführte Pflegemaßnahmen entlang der Ackergrundstücke sorgen immer wieder für Ärger.» Hanus rät, bei Neuanpflanzungen folgende Bedingungen einzuhalten: Bei einer Breite des Wirtschaftsweges von drei Metern sollte die Anpflanzung zwei Meter vom Fahrbahnrand beginnen, und zur Ackergrenze sollte ebenfalls ein zwei Meter breiter Streifen liegen bleiben. Somit ergibt sich bei einseitiger Bepflanzung eine Mindestbreite von vier bis fünf Metern, vom Fahrbahnrand aus gesehen.

Bei beidseitiger Bepflanzung muss also eine Mindestwegebreite von elf bis zwölf Metern vorhanden sein. »Pflanzungen sollten nur vorgenommen werden, wenn auch die Anlieger zustimmen. Denn wenn keine Einigung erzielt wird, wächst da auch keine Hecke. Vorweg muss geprüft werden, ob Leitungen Dritter im Weg verlegt worden sind.»

Das Einmessen der Grundstücksgrenzen sei von der Stadt Lüchow aus Kostengründen nicht zu leisten. Deswegen sollten sich die Organisatoren mit den Anliegern über die Lage der Hecke einigen, ohne dass Vermessungskosten entstehen. Die Grenzfeststellung durch das Katasteramt würde pro Weg rund 7000 bis 8000 Euro kosten, ergänzte Hans- Joachim Fredersdorf (SPD).

Nach umfassender Debatte zwischen Ausschussmitgliedern und Bürgern des Initiativkreises aus Rehbeck wurde folgender Kompromiss erreicht: Ortsvertrauensmann Heimfried Großmann (CDU) soll zwischen dem betroffenen Landwirt und den Initiatoren vermitteln, und zwar mit dem Ziel, statt einer Hecke eine Baumreihe an einem Weg auf Gemeindegrund zu pflanzen. Dies sei ein erster Schritt. Dagegen votierte einzig Fritz von Blottnitz (UWG): Die Stadt müsse die Hecken-Initiatoren auch ohne Einverständnis des Landwirts in die Lage versetzen, die Bepflanzungen vorzunehmen. Schließlich sei es einzig Sache der Stadt als Grund-stückseigentümerin zu entscheiden, was auf ihrer Fläche am Wegesrand geschehe.


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