Selbstverbrennung
Betrifft: Klimasituation
Die Evolution des Lebens auf dem Planeten Erde ist über Millionen von Jahren geprägt von einem Urgeschehen, einer Urkraft mit dem Ziel, Leben zu erhalten, die Existenz von Arten zu sichern, bei allen Lebewesen, ob Pflanze, Tier oder Mensch. Mit seinem exzessiven Konsum, mit seiner unersättlichen Gier nach mehr und noch mehr, verbunden mit einem leistungsfähigen Großhirn hat sich der Homo sapiens jedoch zu einer Spezies entwickelt, die auf dem Weg ist – so sieht es aus –, dieses über Millionen Jahre entstandene biologische Urgesetz der Arterhaltung auf den Kopf zu stellen, der Mensch mit seiner Art zu leben sich selbst und dazu noch Arten aus dem Pflanzen- und Tierreich vernichtet.
Die Erde brennt. Die Temperaturen in diesem Sommer sind so hoch wie noch nie zuvor, die Monate Juni und Juli so heiß wie noch nie zuvor, Pegelstände von Flüssen so niedrig wie noch nie zuvor. So viel Hitzetote wie noch nie zuvor, 12.500 bis Anfang August (EJZ vom 14. August), ausgetrocknete Gewässer, Dürren, Aufwölbung von Betonplatten auf Autobahnen, Waldbrände in Südeuropa in einem Ausmaß wie noch nie zuvor, mit Evakuierung ganzer Stadtteile, Feuerwalzen, denen Feuerwehrleute ohnmächtig gegenüberstehen.
Der hoch renommierte Klimawissenschaftler Prof. Schellnhuber, ehemaliger Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung sowie wissenschaftlicher Berater der Bundesregierung zu Klimafragen, sagte im Jahr 2015 in seinem grundlegenden Buch „Selbstverbrennung“, dass wir im Norden zukünftig Klimaverhältnisse wie im Mittelmeerraum haben werden. Diese auf Klimadaten gegründete wissenschaftliche Aussage bewahrheitet sich. Und Schellnhuber warnt davor, dass es zum Wärmetod unserer Zivilisation kommen wird, wenn wir in unserer Überflussgesellschaft so hemmungslos weiterleben. Auch die Prophezeiung des Indianerhäuptlings Seattle aus dem Jahre 1854 wird immer greifbarer. Angesichts der Landnahme und des Raubbaus weißer Siedler in Amerika sagte er, so die Überlieferung: „Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurücklassen als eine Wüste.“
Doch die Politik handelt so, als gäbe es diese beängstigende, dramatische
Erderwärmung nicht! Sie tut genau das Gegenteil von dem, was Leben erhaltend
ist: Eine Verschiebung der Klimaneutralität auf einen späteren Zeitpunkt wird
diskutiert, Wirtschaftsministerin Reiche setzt weiterhin auf Öl und Gas,
weiterhin wird nach noch mehr Wirtschaftswachstum geschrien und nach noch mehr
materiellem Wohlstand gegiert, maßlos, als läge hierin die Rettung aus der
Klimakatastrophe. Das Gegenteil ist der Fall!
Hermann Klepper
Banzau