Leserbrief der


vom 02.04.2026

Naturschutz:
Kein bloßes Veto

Betrifft: Artikel "Sorge um Abkehr vom Naturschutz und "Ihre EJZ heute" (EJZ vom 2. März)

Es ist wenig hilfreich, den Nabu in dem Kommentar mit Schlagworten pauschal als „Hindernis- oder Bigotterie“-Blockierer zu diffamieren und damit eine differenzierte Auseinandersetzung zu erschweren. Kritik an sich ist kein Widerspruch zur Energiewende, sondern Teil ihrer Legitimation. Ebenso ist der Naturschutz kein bloßes Veto, sondern ein Rechtsrahmen.

Ich möchte in diesem Zusammenhang Thomas Metzingers Buch „Bewusstseinskultur“ zitieren:

„Jede umfassende Lösung für die planetare Krise wird von uns verlangen, dass wir klar und nüchtern über die Bedingungen nachdenken, unter denen es nicht nur unvernünftig oder unklug, sondern eben auch ethisch verwerflich sein könnte, aufgrund unzureichender Beweise immer weiter an bestimmten Überzeugungen festzuhalten.“

Ebenso wie der Kommentator haben viele Menschen eine heillose Angst, sich dem Problem ernsthaft zu stellen. Ich möchte nur an die Berichterstattung zum Sperrwerk in der Seegeniederung erinnern. Es wurde berichtet, dass die Naturschutzverbände das Sperrwerk verhindern würden. Das Aus für das Sperrwerk kam letztlich gar nicht mehr durch den Naturschutz, sondern durch die gesetzlichen Bestimmungen zustande. Aus welchen Gründen wird ständig versucht, die Naturschutzverbände als Buhmann zu kritisieren? Natur- und Landschaftsschutz, vor allem in unserem Landkreis, ist von uns allen ernst zu nehmen. Den Artenschwund zum Beispiel haben nicht die Naturschutzverbände verursacht, es ist das Versagen breiter Gesellschaftsschichten.

 

Albert Doninger
Trebel

Bearbeitet am: 02.04.2026/ad


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